Studentenwohnheim für Mosbach auf den Weg gebracht

IMG_1529 Gegen einigen Widerstand bei der Anwohnerschaft, aber weitgehend einhellig im Kommunalparlament wurde in der März-Sitzung der Bau eines Studentwohnheims des Studentwerks Heidelberg zwischen der Mosbacher Haupt- und Odenwaldstraße nahe des Polizeireviers auf den Weg gebracht. Das zukünftige, dreigeschossige Gebäude gefällt einigen Anliegern verständlicherweise nicht sonderlich – kaum jemand wünscht sich eine Bebauung von Freifläche, die an das eigene Anwesen angrenzt.

Es ist allerdings genereller Grundsatz, dass man in der Regel nicht darauf vertrauen darf, dass Freiflächen unbebaut bleiben, soweit der geltende Bebauungsplan bzw. sonst die planerische Rechtslage eine Bebauung zulässt. Vorliegend war eine Nutzung des landeseigenen Grundstückes jederzeit denkbar. Nun wird dort ein Bauprojekt realisiert, das für die Stadt wichtig ist – Mosbach ist Hochschulstandort der DHBW und muss, um das bleiben zu können, attraktiv für die Studierenden sein. Dafür braucht es ein Studentenwohnheim der öffentlichen Hand. Eine andere Bauweise, welche die Anwohner, die sich mit Einwendungen zur Wehr gesetzt haben, besser gestellt hätte, ohne dann wiederum andere Nachbarn mehr zu beeinträchtigen, war mir nicht ersichtlich. Ebenso erscheinen mir die Darstellungen der Stadtverwaltung insoweit schlüssig, wonach sich das Gebäude in seiner Höhendimension durchaus in die Gesamtschau der umgebenden Bauwerke einfügt und dort nicht als übermäßig großer Fremdkörper wirkt.

Ein Vergleich der Beeinträchtigung von Grundstückswerten durch den Bau eines Studentenwohnheims in der Nachbarschaft mit denselben, die Anlieger von Asylwohnheimen hinzunehmen haben, führt m.E. dazu, dass „enteignungsgleiche Eingriffe“ fernliegend sind. Im Ergebnis habe ich der Umsetzung des Bauvorhabens zugestimmt – es hat lediglich zwei Gegenstimmen gegeben.

Wichtig ist es mir, an dieser Stelle noch zu vermerken, dass ich Otto Brian – einer derer, die sich öffentlich gegen das Projekt ausgesprochen haben – persönlich sehr schätze. Otto ist nicht nur ein aktiver Sozialdemokrat, er hat sich als langjähriger Stadtrat auch viele Verdienste um die Große Kreisstadt Mosbach erworben, vor denen ich großen Respekt habe. Und dass Rechtsanwälte, wie er einer ist, in der verbalen Ausdrucksweise oft etwas kräftiger „die Keule schwingen“, wenn sie ihre Ansichten darlegen… naja, das gehört eben etwas zum Berufsbild und zum Wesen des Juristen, glaube ich. Persönlich habe ich auch – anders als möglicherweise so mache Stadtratskollegen/innen – kein Problem damit, wenn die Kommunalpolitik gelegentlich durch Leserbriefe in den Medien kritisiert wird. Ich denke, das muss man hier und da aushalten können, soweit im Kern sachlich argumentiert wird.