Die Bebauung Bleichwiese II und der Fahrradweg

DSC_0453Die ersten kommunalpolitischen Gremiensitzungen hat es in 2016 natürlich bereits gegeben. Gebloggt habe ich dazu wie schon gegen Ende des vergangenen Jahres wenig – einfach, weil es die Zeit momentan kaum zulässt. Natürlich wird der Blog aber trotzdem auch weiterhin fortgeführt, auch wenn es sich etwas mehr auf die wichtigeren Themen konzentriert.

DSC_0650Ein solches Thema ist (oder könnte es noch werden) die Bebauung an der Bleichwiese („Bleichwiese II“). Ich habe entsprechend meiner Fraktion und einer (wie gewohnt) großen Mehrheit des Hauses der Planung der Stadtverwaltung, welche im Einvernehmen mit dem Investor steht, zugestimmt. Die Grüne/AL-Fraktion hat jedoch dagegen gestimmt – begründet mit der Art der Ausgestaltung des Radweg-Übergangs zur Bertel-Bormann-Straße hin. Dort führt der Weg für die Fahrradfahrer zukünftig an Stellplätzen vorbei – mithin auch vorbei an (aus-) parkenden Autos (Foto von dem Bereich im jetzigen Zustand trage ich hier demnächst noch nach – Foto eingefügt am 26.03.2016).

Ich selbst fahre häufig mit dem Fahrrad dort vorbei und in der Tat habe ich auch Sorgen, dass es hier zu einer Beeinträchtigung kommen könnte. Ganz generell mag ich raumgreifende Bebauungen direkt an der Innenstadt ohne dringenden Bedarf (zumal wenn faktisch eine Art „Loft-Bebauung“ der gehobenen Preisklasse) nicht wirklich und schon gar keine per „Kunstgriff“ eingefügten Parkplätze an Stellen, die dafür normalerweise nicht genutzt werden. Die gefundene Lösung halte ich nicht für optimal – sie dürfte durch die Verengung zumindest eine Unannehmlichkeit für den Radverkehr bedeuten. Benachteiligt würde damit das Verkehrsmittel, das in der heutigen Zeit eigentlich Priorität vor Motorisiertem haben sollte.

Dennoch habe ich zugestimmt, da in die Abwägung auch Gesichtspunkte der Praktikabilität mit einfließen müssen. Die Zahl der vorzuhaltenden Stellplätze ist rechtlich geregelt – eine andere Bauweise hätte ihrerseits andere Nachteile gehabt. Das Projekt im extremsten Falle in dieser Phase noch zum Scheitern zu bringen, wäre letztlich mit viel abzuschreibenden Aufwand verbunden gewesen – die Absicht der Bebauung des Grundstückes insgesamt gab es schon weit vor meiner Zeit im Gemeinderat.

Ferner kommt hinzu, dass es im Mosbacher Radwegenetz viele Stellen gibt, die sich noch deutlich gefährlicher darstellen. Ebenso sind Fußgänger oft mindestens genauso gefährdet – ein Beispiel sind dafür etwa die Kundenparkplätze der Sparkassengeschäftsstelle Neckarelz, wo auf die stark befahrene Heidelberger-Straße hin ausgeparkt wird. Eine Evaluierung und ggf. Neukonzipierung der Radwege in Mosbach ist bereits von Seiten der Stadtverwaltung geplant und zugesagt (und gehört auf den Schutz der Fußgänger erweitert!) – dabei wird man sich manches noch genauer in der Praxis anschauen müssen.