Flüchtlingsunterbringung, Informationspolitik und das „Messplatz-Bistro“

presse_mixMit einigem Erstaunen habe ich den Artikel in der Wochenendausgabe (18./19.04.15) der Rhein-Neckar-Zeitung zum Thema Flüchtlingsunterbringung unter dem Titel „Entspannt sich die Lage?“ zur Kenntnis genommen.

Der Beitrag enthält deutlich mehr Informationen, als Oberbürgermeister Michael Jann bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 15.04.2015, unter „Mitteilungen und Anfragen“ offenbart hat. Nur einen Tag nach dieser Sitzung (!) hat es allem Anschein nach ein Pressegespräch mit der RNZ-Journalistin Ursula Brinkmann gegeben, in dem deutlich mehr transportiert wurde, als man den Fragen der Stadträte/innen zu diesem Zeitpunkt aussetzte. Es ist nicht das erste Mal, dass die Informationspolitik mehr als fragwürdig ist (vergleiche auch an anderer Stelle im Blog vermerkt: http://www.frank-heuss.de/2015/03/warum-ich-gegen-ein-asylbewerberheim-am-hohlweg-bin/).

Mit der nun erstmals von offizieller Seite (in m.E. gegenüber den gewählten Volksvertretern im Stadtparlament stilistisch schlechten Art und Weise)  kommunizierten, verringerten Zahl bzw. „Zahlenspektrum“ bezüglich den Asylbewerbern, die auf dem (noch) städtischen Grundstück am Neckarelzer Hohlweg untergebracht werden sollen (demnach „50 bis 70“), wird nun kommunalpolitisch zu arbeiten sein. Auf dem Tisch liegt aber nach wie vor nichts, was belastbare und verbriefte Diskussionsgrundlage sein könnte.

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Zukünftige Nutzung unklar: Das leerstehende „Messplatz-Bistro“ in der Heidelbergerstr. 33 in Neckarelz.

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung nachgefragt habe ich ferner bezüglich des sog. „Messplatz-Bistros“. Die leerstehende Privat-Immobilie (Heidelbergerstr. 33 in Neckarelz) soll laut schon länger kursierenden Gerüchten durch einen nicht näher definierten islamischen Kulturverein aus NRW zu einer Moschee umgebaut werden. OB Jann hat die Gerüchte weder bestätigt noch dementiert. Interessant war insbesondere die erhaltene Info aus der Stadtverwaltung, dass der Landkreis Neckar-Odenwald das Gebäude bereits im vergangenen Jahr für die Asylantenunterbringung in Betracht gezogen und besichtigt hatte – die Option soll dann aber als „weniger geeignet“ verworfen worden sein.

Alle genannten Punkte sind in dem genannten RNZ-Artikel nachzulesen, der auch online abrufbar ist:

http://www.rnz.de/nachrichten/mosbach_artikel,-Fluechtlings-Unterbringung-in-Mosbach-Entspannt-sich-die-Lage-_arid,91382.html