Warum ich gegen ein Asylbewerberheim am Hohlweg bin

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Am Hohlweg in Neckarelz soll nach dem Willen des Landkreises eine Flüchtlingsunterkunft für 100 bis 150 Personen entstehen.

Grundsätzlich bin ich dafür, dass wir Flüchtlinge auch in Neckarelz aufnehmen – deren menschenwürdige Unterbringung, so lange ihr Verfahren dauert, ist momentan eine gesamtstaatliche Aufgabe, die man als Gesamtstadt Mosbach dann auch gemeinsam umsetzen muss. Eine Ansiedlung von 100 bis 150 Personen (!) alleine im Stadtteil Neckarelz aber kann ich nicht unterstützen.

Eine solche Masse von Asylbewerbern konzentriert auf einem Ort

  • ist eine Gefährdung des sozialen Friedens in den Strukturen eines gewachsenen Wohngebiets, gerade mit vielen älteren Menschen.
  • sorgt in der Regel für Wertminderungen der Häuser und Grundstücke, die teilweise Altersvorsorgen darstellen.
  • macht eine Integration nahezu unmöglich. Viel mehr entstehen u.U. geschlossene Parallelgesellschaften, die miteinander nur allzu leicht in Konflikt geraten. Dies ist letztlich der wichtigste Punkt und Ansatz für ein gemeinsames Interesse, die Ansiedlung, so wie sie jetzt geplant ist, abzulehnen.

Hinzu kommt ferner, dass m.E. weder die Stadtverwaltung noch der Landkreis einen ausreichenden Dialog im Sinne von Bürgerbeteiligung im Vorfeld geführt hat. Eine Kommunikationsstrategie war bis vor kurzem nicht erkennbar. Selbst ich als gewählter Stadtrat habe die Information, wo genau die Bebauung stattfinden soll und mit welcher Personenzahl, erst vor wenigen Tagen zugetragen bekommen – praktisch mit der Veröffentlichung in der Zeitung.

Als Stadtrat beabsichtige ich daher, unabhängig von einer Positionierung der SPD-Stadtratsfraktion, im Gemeinderat gegen einen Verkauf des städtischen Grundstücks am Hohlweg an den Landkreis Neckar-Odenwald zu stimmen.

Alle Neckarelzer Bürgerinnen und Bürger empfehle ich die Teilnahme an der Informationsveranstaltung von Stadt und Landkreis (http://www.mosbach.de/Aktuelles/Bürgerinformation+zur+Flüchtlingsunterbringung+.html).

Was aber auch klar sein muss: die insbesondere für die Anwohner (ich selbst wohne ebenfalls nur ca. fünf Gehminuten von dem betreffenden Areal entfernt) zwangsläufig emotionalisierend wirkende Situation ist für niemand ein Freibrief zu dumpfen, polemisierenden oder gar fremdenfeindlichen Parolen – wir wollen unsere Argumente auf sachlicher Ebene vorbringen!

Nach meiner Überzeugung hat eine Aufteilung der vom Landkreis her für ganz Mosbach zugeordneten Asylanten proportional zur Einwohnerzahl auf die Stadtteile zu erfolgen.

Für Neckarelz wäre es z.B. ein überlegenswerter Ansatz, das leerstehende Gebäude des „Bistro am Messplatz“ zu kaufen, es ein wenig herzurichten, ggf. moderat auszubauen und dort ca. 20 Personen unterzubringen. Damit wäre die Schuldigkeit des Stadtteils Neckarelz allemal getan, eine Integration in die Gemeinschaft wäre realisierbar, alle hätten damit leben können und ein weiteres Gebäude mitten in Neckarelz wäre wieder einer Nutzung zugeführt.

Ferner sollte m.E. auch auf den großräumigen Flächen der Johannes-Diakonie in Mosbach noch eine weitere Ansiedlung möglich sein – derzeit leben dort nur ca. 40 Asylsuchende in einem Haus („Haus am Wald“).

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Direkt an der Kreuzung Ruhestattstraße/Römerhofstraße/Hohlweg liegt der für das Flüchtlingsheim „Am Hohlweg“ beabsichtigte Bauplatz (auf dem Foto rechts)